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Pressespiegel

Schöne Bescherung:
Land streicht bei Frauenhäusern!

Die Landesregierung plant die Zuschüsse für die 63 Frauenhäuser in NRW um 30 % zu kürzen. Telefonisch und über die Presse erfuhren die Frauenhäuser von diesen drastischen Kürzungen, die zum 01.01.2006 wirksam werden sollen.

Die geplante Kürzung entspricht dem Wegfall einer Personalstelle und kann von den Frauenhäusern nicht aufgefangen oder anderweitig ausgeglichen werden. Dies wird sich unmittelbar auf hilfesuchende, misshandelte Frauen und deren Kinder auswirken.

In NRW drohen 20 % der Frauenhausplätze wegzufallen.

Seit fast 30 Jahren gibt es Frauenhäuser in NRW. Sie gelten mittlerweile als unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Infrastruktur zum Schutz von Frauen und deren Kinder vor Gewalt. Für ca. 5.000 Frauen und 5.000 Kinder jährlich sind die Frauenhäuser in NRW der einzige Zufluchtsort. Trotzdem ist es bis heute nicht gelungen, eine angemessene und vor allem sichere Finanzierung der Frauenhäuser in NRW durchzusetzen.

Die Frauenhäuser in NRW haben bisher Landeszuschüsse für vier Personalstellen in Höhe von 60 bis 80% der tatsächlichen Personalkosten erhalten. Seit Jahren ist dieser Zuschuss pauschaliert und Tariferhöhungen nicht mehr angepasst worden. Gleichzeitig sind kommunale Zuschüsse, sofern Frauenhäuser sie erhalten haben, in den letzten Jahren häufig ebenfalls gedeckelt, gekürzt oder auf den Einzelfall, zu Lasten der Frauenhausbewohnerinnen umgelegt worden.

Demgegenüber wachsen die Anforderungen an die Frauenhausmitarbeiterinnen stetig. Neben Vernetzung und Kooperation an Runden Tischen zu häuslicher Gewalt gestaltet sich besonders die Begleitung und Umsetzung der Hartz IV - Gesetzgebung sehr zeit- und arbeitsintensiv.

Vor diesem Hintergrund gefährdet eine 30%-ige Kürzung der Landesmittel den Bestand der Frauenhäuser. Der behauptete Einspareffekt ist Augenwischerei, denn die Folgekosten für die Gesamtgesellschaft sind enorm. Frauen und Kinder leiden noch Monate und Jahre später an den Folgen des Erlebten.

Die Mittelkürzung bedeutet einen Rückzug aus der politischen Verantwortung für die Opfer von häuslicher Gewalt.

Die autonomen Frauenhäuser in NRW fordern die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen deshalb dringend auf, die beschlossenen Kürzungen zurückzunehmen und stattdessen die Frauenhäuser angemessen zu finanzieren.

 

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